Kind und Hund - wichtige Regeln


Kind-rennend-mit-Hund.jpg

Kind und Hund....
….... dies ist häufig ein schwieriges Thema für Eltern. Wie gehe ich mit einem Hund um? Wie soll sich mein Kind verhalten? Sandra Schael, Hundezüchterin und bereits als Kind stolze Hundebesitzerin, gibt Tipps zum Thema Kind und Hund.

Gerade in Ballungsgebieten wie Berlin, Frankfurt oder anderen Großstädten wird man immer wieder mit Hunden und leider auch mit freilaufenden Hunden konfrontiert.
Wenn man selber nicht an den Umgang mit diesen Tieren gewöhnt ist, ist man häufig unsicher.
Für Kinder ist es wichtig, ihnen Respekt ohne Angst beizubringen. Schließlich sollen sie in ihrem späteren Leben nicht aus Angst die Straßenseite wechseln müssen, wenn ihnen ein Hund entgegen kommt.
Kinder aber sind unbefangen, neugierig und leider häufig auch etwas zu mutig.

Wir müssen also einen Weg finden, Kinder dahin zu bringen, dass sie sich mit dem Hund auseinander setzen aber dennoch vorsichtig sind und wissen, wie sie sich zu verhalten haben, um sich selber nicht zu gefährden.

Hierzu ist es am besten, wenn wir Eltern und Kindern so früh wie möglich ein paar Regeln vermitteln, die sie im Umgang mit dem Lebewesen Hund beachten sollten.

Diese Regeln möchte ich hier kurz auflisten und erklären.

1. KEIN KIND DARF JEMALS MIT EINEM HUND AUCH NUR EINE SEKUNDE ALLEINE GELASSEN WERDEN.

2. Jeder Hund ist ein Individuum.
Jeder Hund ist anders und nur weil Nachbars Spitz genauso aussieht, wie der Hund der da kommt, muss der noch lange nicht genau so lieb und freundlich sein.
Nicht die Rasse ist entscheidend, sondern die Persönlichkeit des jeweiligen Hundes. Nicht jeder Golden Retriever ist freundlich und nicht jeder Pittbull ist böse. Niemals Hunde miteinander vergleichen, immer das einzigartige Wesen beachten.

3. Einem fremden Hund nähert man sich stets vorsichtig.
Egal, wie freundlich der Hund auf uns zukommt, an der Ecke sitzt, vor dem Laden wartet. Niemals einfach so hingehen. Langsam und vorsichtig, aber nicht zu ängstlich nähern.

4. Immer erst Kontakt mit dem Halter aufnehmen.
Wenn es möglich ist und das Kind den Hund anfassen möchte, dann nehmen sie immer erst Kontakt mit dem Besitzer auf und fragen sie diesen, ob es erlaubt ist. Es kann viele Gründe dafür geben, dass DIESER Hund im Moment nicht gestreichelt werden darf.

5. Stellen Sie sich dem Hund vor.
Ist der Besitzer damit einverstanden, dass sein Hund gestreichelt wird, so sollte man sich dem Hund „vorstellen“. Gehen Sie in die Hocke auf die Höhe des Hundes. Beugen Sie sich nicht einfach nach vorne runter zum Hund, denn dieses könnte der Hund als Bedrohung auffassen oder es könnte ihn ängstigen. Halten Sie ihm die Hand hin und lassen Sie ihn über die Nase feststellen, wer Sie sind.

6. Nicht überall mag ein Hund angefasst werden.
Nachdem Sie sich vorgestellt haben und der Hund Sie bewusst registriert hat, können Sie den Hund streicheln: Am besten an der Brust oder am Rücken. Der Kopf sollte ausgelassen werden, da die Ohren und die Schnauze empfindliche Bereiche darstellen. Auch die Rute sollte nicht unbedingt gestreichelt werden.

7. Niemals zu einem Hund gehen, der frisst.
Wenn Sie mit Ihrem Kind einem Hund begegnen, der gerade frisst, dann lassen Sie den Hund genau dieses tun. Ein Hund, der frisst, verteidigt sein Futter (seine Beute). Sie sind fremd, warum sollte er mit Ihnen teilen. Also gehen Sie nicht hin, bedrängen Sie ihn nicht und ignorieren Sie ihn einfach. Das gilt nicht nur für Futter, es kann auch bei einem Stöckchen oder einem Spielzeug dazu kommen, dass der Hund dieses verteidigen möchte.

8. Hunde, die bellen, beissen nicht.
Wer kennt diesen Satz nicht aus seiner Kindheit. ABER, dieser Satz ist falsch! Auch Hunde, die bellen, können beissen. Bellen ist eine Form der Kommunikation für den Hund und sagt nichts über seinen Angriffswillen aus, wenn man nicht gelernt hat den Hund zu „lesen“.

9. Wenn Hunde miteinander raufen,
…. dann halten Sie sich raus. Gehen Sie aus der Situation. Selbst wenn der Hund Sie kennt und gar nicht verletzen will, dann kann es in der Kampfsituation dazu kommen, dass Sie verletzt werden. Ein Kind kann schon gleich gar nichts ausrichten in so einer Situation.

10. Hab dich
Ihr Kind spielt mit einem Hund und dieser schnappt sich nun den Arm des Kindes. Nicht in der Absicht es zu verletzen, sondern um das Kind festzuhalten. ( Er hat nur seine Zähne zum halten). Dann sollte man möglichst still halten, nicht den Arm wegreissen. Das könnte den Hund dazu veranlassen nachzugreifen. Alles was sich nicht mehr bewegt wird schnell uninteressant.

11. Rennspiele
Die meisten Kinder lieben es zu rennen. Hunde auch. Beim Hund kann dadurch allerdings der Beutetrieb ausgelöst werden. Also, wenn ein Hund auf sie zu gerannt kommt, nicht weglaufen. Seien Sie versichert, der Hund ist eh schneller. Bleiben Sie stehen, schauen Sie den Hund nicht direkt an und vermeiden Sie hektische Bewegungen.

12. Anschauen und Beobachten
….. macht Spaß und man kann dabei lernen. Aber starren Sie einen Hund nicht an. Fixieren Sie ihn nicht, denn das könnte er als Aggression auffassen.

13. Ruhe
Auch Hunde brauchen Pausen. Wenn sich ein Hund in sein Körbchen legt, dann erklären Sie genau dieses Gebiet zur Tabuzone für Ihr Kind. Der Hund könnte aus dem Schlaf hochschrecken und schnappen. Oder aber, er ist einfach irgendwann genervt, weil er keine Rückzugsmöglichkeit hat. Gönnen Sie dem Hund und Ihrem Kind eine Auszeit.

14. Arbeitende Hunde sind TABU
Immer öfter sieht man Social-Working-Dogs. Blindenhunde, Behinderten-Begleithunde usw. Bitte lassen Sie diese Hunde in Ruhe. Sprechen Sie sie nicht an. Erklären Sie auch ihrem Kind, dass dieser Hund gerade arbeitet und nicht gestört werden darf. Hunde, die diese Arbeit machen, sind Hochleistungshunde, die eine enorme Anstrengung leisten um sich auf ihre Arbeit konzentrieren zu können. Stören Sie sie nicht dabei.

Dieses sind nur ein paar kleine Grundregeln im Umgang mit einem Hund. Viel mehr kann man lernen, wenn man vor Ort eine Hundeschule besucht oder auch einen Hundetrainer mit Hund in eine Kita einlädt.

Kinder und Hunde können tolle Freundschaften schließen. Nicht nur der eigene Hund im Haus, evtl. auch der Hund des Nachbarn kann für ein Kind ein treuer Begleiter sein. Verschließen Sie sich dieser Möglichkeit nicht aus einer Angst heraus...................


Die Autorin dieses Artikels erreicht ihr unter folgender Webadresse: Webseite von der Hundezüchterin Sandra Schael

Kind-umarmt-Hund.jpg